1 + 1 = 1 - denn in Augsburg rechnet man anders!

 

oder gibt es nach der Rechtschreib- nun auch noch eine Rechenreform?

Eine Start-/Landebahn hat eine Länge von 1280 Metern. Der Betreiber eines Flughafens beantragt, die vorhandenen Startabbruchstrecken mit einer Länge von 314 Meter, in die Start-/Landebahn mit einzubeziehen. Wie lange ist die neue Start-/Landebahn?
1280 + 314 = 1594 - Die neue Länge der Start-/Landebahn beträgt 1594 Meter.
Der Augsburger Rathauschef ist da anderer Meinung. Er stellt fest, daß die Länge unverändert geblieben ist. (vgl. Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 02.08.05) Dieser eigenartigen Rechenmethode vermag man nicht ganz Folge zu leisten und will es vielleicht auch gar nicht, denn sie ist durchschaubar.

Abakus

Start- und Landebahn

Worin liegt nun der Grund für die beantragte Verlängerung der Start- und Landebahn? Wer glaubt, es ginge nur darum, in Ausnahmefällen hin und wieder ein paar voll besetzte Charterflieger doch noch von Augsburg aus starten lassen zu können, könnte einem großen Irrtum unterliegen. Die Augsburger Flughafen Gesellschaft (AFG) kann bereits heute vom Luftamt Südbayern eine Ausnahmegenehmigung dafür erhalten, die unter dem Aspekt der sog. Sicherheit gebauten "Sicherheitsstreifen" (Sammelbegriff für die Startabbruchstrecken) mit der bekannten Länge von 314 Metern, in die Start- und Landebahn mit einzubeziehen und dann die gesamte Länge von 1594 Metern zu nutzen. Werden die sogenannten Sicherheitsstreifen nun offiziell als Start-/Landebahn deklariert, fehlen aber für die Zukunft "leider" wieder Sicherheitsstreifen...(!).

Mit der seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierten Salamitaktik des Augsburger Flughafens, bedarf es keiner übersteigerten Phantasie, die nächste Entwicklung vorher zu sehen.

Würde nun die gesamte, befestigte, Start- und Landebahn (1594 m) vom Luftamt Südbayern genehmigt, könnten durch die bereits erteilte Erweiterung des Flughafens auf die Codezahl 3 selbstverständlich auch Flugzeuge der Kategorie C (Airbus A318, Boeing 737 etc.) diesen Flughafen nutzen. Dann wäre endlich das Ziel Pauschalreiseverkehr mit all seinen negativen Folgen wie geringerer Sicherheit, vermehrte Lärm- und Abgasbelastung und dergleichen mehr, erreicht. Die bisherige "freiwillige" Beschränkung auf 50 Tonnen Abfluggewicht dürfte damit ebenso schnell vergessen sein. Wie bisher, wurde weder von Seiten der Politik, als auch vom Flughafenbetreiber nicht mit offenen Karten gespielt. Es ist völlig unglaubhaft, daß dies in Zukunft anders sein wird.

Lesen Sie hierzu bitte auch:

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