Flug ins Treibhaus






 





 

Der Klimawandel ist noch dramatischer als befürchtet. Ein Hauptproblem bleibt der Luftverkehr.

Nach Recherchen der SZ, in der Ausgabe 1./2.3. Oktober 2005, hat das Max-Planck-Institut eine neue Studie über den Klimawandel vorgestellt. Diese erhärtet die immer klareren Prognosen: Es wird wärmer, die Wetterereignisse werden extremer und der Meeresspiegel wird in den nächsten 100 Jahren drastisch steigen. Die Politik in Europa folgt der wissenschaftlichen These, dass dies in erster Linie durch den Menschen verursacht wird. Man ist sich darüber einig, dass das Schlimmste nur dann verhindert werden kann, wenn entschiedener umgesteuert wird.

Die in Deutschland üblichen Förderprogramme zur Energieeinsparung werden in vielen Ländern nachgeahmt, die Ökosteuer hat zumindest in bescheidenem Umfang Anreiz zur effizienteren Energieverwendung gegeben. Dabei könnte auch der europaweite Handel mit Lizenzen zum Ausstoß von Treibhausgasen bei konsequenter Fortführung Erfolge bescheren.

In keinem Bereich aber klafft die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander wie im Lufttransport von Menschen und Material. In der Europäischen Union ist der Flugverkehr seit 1990 (Basisjahr Kyoto-Protokoll) um ca. 70% gestiegen und es geht immer weiter: Neue Start-Landebahnen in Frankfurt und München, Anträge zum Neu- und Ausbau von Regionalflughäfen, die in unserem Land so dicht beieinander liegen wie sonst nirgends auf der Welt. Dieser Konkurrenzkampf zwischen Staaten und Regionen ist der reinste Wahnsinn. Dabei rechnet die EU-Kommission bis 2012 mit einem Anstieg der Treibhausgase um nochmals 150 Prozent. Nachdem der Treibstoff nicht steuerbelastet ist und die öffentliche Hand die Infrastruktur stark finanziert, gibt es z.Zt. nur ein wirksames Mittel gegen diese schädliche Entwicklung - insbesondere verursacht durch Billigflieger: steigende Kerosinkosten. Auch die Bahn benötigt viel Geld vom Bürger, ist aber vergleichsweise ein sehr umweltschonender Verkehrsträger. Wenn das unseren Politikern nicht zu denken gibt, dann können sie sich gleich ganz aus dem Klimaschutz verabschieden.

Solange die Politik nicht dafür sorgt, dass schädlich Klimaeinflüsse einen Preis haben - der Markt wird es nicht richten. Dass diese Probleme im nationalen Rahmen nur bedingt zu lösen sind, dürfte jedem klar sein. Deshalb ist die Europäische Union aufgerufen, den Flugverkehr in den Handel mit Treibhausgasen mit einzubeziehen. Den Menschen sollen Inlands- und Fernflüge ja nicht verwehrt werden und im Gefolge von Flughäfen entstehen auch Arbeitsplätze. Aber es gibt kein Menschenrecht auf Billigflüge. Staaten, die den Klimaschutz ernst nehmen, müssen bevorzugt Arbeitsplätze fördern und schaffen, die diesem Ziel dienen.

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